Sie wissen es schon: Über die Ausklinkhöhe beim Start kann ein Segelflugzeug nur dann hinauskommen, wenn es in Luftmassen einfliegt, die schneller nach oben steigen, als das Flugzeug in ihnen hinabgleitet.

Luftmassen können aus verschiedenen Gründen emporsteigen. Für uns in Rheinhessen sind am wichtigsten die aufsteigenden Warmluftblasen, die Aufwinde. Sie entstehen z.B. auf trockenen Ackerflächen oder in Städten und Dörfern, wenn die Sonne stark vom Himmel brennt. Sobald diese Warmluftblasen groß und warm genug sind, lösen sie sich vom Boden ab und steigen in der umgebenden kühleren und schwereren Luft empor wie ein Stück Kork, das wir unter Wasser loslassen. In eine solche Blase müssen wir hinein mit unserem Segler!

Nur - sehen kann man sie nicht, die Aufwinde! Eine "Thermikbrille" ist leider bis heute nicht erfunden worden. Müssen wir also auf gut Glück drauflosfliegen?

An manchen Tagen schon, bei "Blauthermik" nämlich. Das heißt: Bei Thermik unter wolkenlosem Himmel.

An vielen Tagen aber verraten sich die Aufwinde, indem sie Wolken entstehen lassen. Ganz klar, dass sich die Warmluftblasen aus verschiedenen Gründen beim Aufsteigen allmählich abkühlen. Wenn´s gar zu kühl wird dort oben, verdichtet sich der Wasserdampf in der Blase zu Milliarden und Abermilliarden feinster Wassertröpfchen. Die sehen wir vom Boden als eine weiße, üppige Wolke, vom Flugzeug aus, wenn wir mitten hineinfliegen, als dicken, grauen Nebel.

Unter jeder wohlgerundeten, quellenden Haufenwolke steht also ein Aufwindschlauch, ein "Bart"! Und deswegen fliegen wir Segelflieger von Cumulus zu Cumulus. Was wir im Gleitflug zwischen den Wolken an Höhe verlieren, gewinnen wir unter der Wolke im Aufwind zurück.

Im Gebirge nutzen die Segelflieger noch andere aufsteigende Luftmassen. Aber darüber berichten wir Ihnen ein andermal.